Familiengerechtigkeit bedeutet, dass die Bedürfnisse der Familien bei allen politischen Ent-scheidungen standardmässig berücksichtigt werden. Dass die Stadt beispielsweise gendergerecht, behindertengerecht, kindergerecht und altersgerecht agieren soll, ist breiter Konsens. Die gleiche Selbstverständlichkeit soll auch der Miteinbezug der Interessen der Familien erhalten.

 

Um die Attraktivität der Stadt St.Gallen zu erhalten und weiter auszubauen, ist das Augenmerk auf familiengerechte Strukturen zu richten. Dies umfasst nicht nur die Themen Schulwesen und familienergänzende Betreuung. Auch die Wahlfreiheit zwischen Erwerbstätigkeit und/oder Kindererziehung, die wirtschaftliche Sicherheit für Familien, ein familientaugliches Wohnumfeld und der Einbezug der Seniorinnen und Senioren gehören zu einer zeitgemässen Familienpolitik.

Vor diesem Hintergrund fordert die CVP im Stadtparlamentswahlkampf 2016:

Die Stadt hat familiengerechte Strukturen zu erhalten und auszubauen.

 

Die Stadt St.Gallen kann.

Die Stadt verfügt über eine Kommission für Gender- und Familienfragen, die u.a. die Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben sowie die Stärkung und Unterstützung der Familien in der Stadt zum Ziel hat. Ferner hat die Stadt genügend Spielraum, um die Prioritäten beim Ausbau familiengerechter Strukturen zu setzen. Die Stadt hat die Bedeutung der Familien anerkannt, beispielsweise im Herbst 2015 als das Budget für die familienergänzende Betreuung auf Antrag der CVP erhöht wurde.

 

Die Stadt St.Gallen muss.

Die Stadt ist auf Rahmenbedingungen angewiesen, die sie für Familien zum attraktiven Wohn- und Arbeitsraum macht. Die Zukunft der Stadt liegt bei Familien, deren Kinder und Kindeskinder hier wohnen, arbeiten, einkaufen und sich am sozialen und gesellschaftlichen Leben beteiligen.

Viele Gemeinden rund um St.Gallen haben die Bedeutung familiengerechter Strukturen erkannt und schaffen Angebote in direkter Konkurrenz zur Stadt St.Gallen.

 

Damit die Stadt St.Gallen familiengerechter wird, setzt sich die CVP dafür ein:

 

Bedarfsgerechte familienergänzende Betreuung

Die Kinderkrankheiten der heute bestehenden Betreuungsangebote sind zu korrigieren: Die Schwelleneffekte bei subventionierten Krippenplätzen sind abzuschaffen, die Tarife von Kinderkrippen und FSA-Angeboten sind anzugleichen, Überreglementierungen sind zu beseitigen und private Eigeninitiativen zuzulassen.

 

Gesundes Schulwesen

Das Schulwesen ist auf die bestehenden Bedürfnisse auszurichten. Das breite Angebot verschiedenster Schulen ist zu bewahren und zu fördern. Schulische Reformen sind kein Selbstzweck und daher mit Augenmass vorzunehmen. Der engagierten Lehrerschaft ist eine Schulverwaltung zur Verfügung zu stellen, die beste Voraussetzungen für deren Arbeit schafft.

 

Einbezug der Seniorinnen und Senioren

Seniorinnen und Senioren leisten einen immer wichtigeren Beitrag in der Kinderbetreuung und          -erziehung. Deren Anliegen sind beim Erhalt und Ausbau familiengerechter Strukturen zu berücksichtigen und zu pflegen. Generationenverbindende Projekte sind zu fördern, damit die gelebte Generationensolidarität weiterhin Bestand hat und sich verstärkt.

 

Hintergrund

Die Familienpolitik der CVP richtet sich nach den Herausforderungen aus, denen Familien heute gegenüberstehen. Anstatt Familienmodelle gegeneinander auszuspielen, stellt die CVP das Wohl der Kinder ins Zentrum ihres politischen Schaffens.

 

Dank der CVP

–      wurde der Mutterschaftsurlaub verwirklicht. Die CVP hat sich im Abstimmungskampf aktiv für die Annahme der Initiative „Ja zum Mutterschaftsurlaub“ eingesetzt.

–      werden neue Krippenplätze vom Bund gefördert. Die CVP hat sowohl die Einführung wie auch die Verlängerung des Impulsprogramms für familienergänzende Kinderbetreuung unterstützt.

–      profitieren Familien von halbierten Krankenkassenprämien. Die CVP hat sich bei der KVG-Revision Prämienverbilligung erfolgreich für eine Halbierung der Kinderprämien für Familien mit unteren und mittleren Einkommen stark gemacht.

–      wurden Kinder- und Ausbildungszulagen erhöht. Die CVP hat der Einführung des Bundesgesetzes über die Familienzulagen (FamZG) zum Durchbruch verholfen.

–      können die Kosten der Kinderbetreuung durch Dritte bis zu einer bestimmten Obergrenze von den Steuern abgezogen werden. Die CVP hat dies im Rahmen der Ehepaar- und Familienbesteuerungsreform unterstützt.

–      wurden die Angebote für die familienergänzende Kinderbetreuung ausgebaut. Dies verbessert die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wesentlich.

–      erhalten alle Kinder Zulagen, auch Kinder von Selbstständigerwerbenden. „Ein Kind – eine Zulage“ ist Realität.

 

Die CVP ist kompetent für Forderungen im Bereich der Familiengerechtigkeit:

  1. Seit 2007 steht Nino Cozzio (CVP) der Direktion Soziales und Sicherheit vor.

 

  1. Die CVP ist in folgenden Kommissionen des Stadtparlaments vertreten:

– Bildungskommission: Susanne Gmünder Braun, Gisela Keller

  1. Für folgende politischen Vorstössen mit Bezug zum Thema Kinder und Jugend standen die Parlamentarierinnen und Parlamentarier der CVP in der Legislatur 2013-2016 ein:

– 04.09.2013 / Interpellation: Vom Nutzen FSA+ profitieren (Rütsche)

– 04.12.2013 / einfache Anfrage: Jugendbeiz Talhof nur für Erwachsene? (Ruppeiner)

– 27.10.2015 / Postulat: Betreuungsgutscheine für Krippenplätze und Tagesfamilien (Keller u.a.)

– 12.01.2016 / Interpellation: Wie geht es strategisch mit FSA/FSA+ und OAK gemeinsam weiter? (Grob)

– 21.02.2016 / einfache Anfrage: FSA-Lücken überbrücken (Rütsche)

– 23.03.2016 / Postulat: Attraktiver ÖV für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene (Angehrn, Hächler)